Gender | Flucht | Konflikt

Ulrike Krause erhält den Rita Süssmuth-Forschungspreis des Landes NRW

Der renommierten Rita Süssmuth-Forschungspreis des Landes Nordrhein-Westfalen wurde 2026 Prof.in Dr.in Ulrike Krause der Universität Münster in der Kategorie „Forschung plus“ und Dr.in Annika Klanke der Universität Bielefeld in der Kategorie „Impulse“ verliehen.

Der Forschungspreis ist die bedeutendste Auszeichnung im Bereich der Geschlechterforschung in NRW und wird vom Ministerium für Kultur und Wissenschaft alle zwei Jahre an Forschende verliehen, die einen wesentlichen Beitrag zum Verständnis zu geschlechterbezogenen Fragen im jeweiligen Fachgebiet oder gesellschaftlicher Zusammenhänge geleiste haben. Ulrike Krause wurde für ihre Forschung zu Geschlechterverhältnissen im Kontext von Flucht, Konflikt und humanitärer Politik geehrt.

Die feierliche Übergabe durch Wissenschaftsministerin Ina Brandes fand am 22. Juni 2026 in Düsseldorf statt. 

Weitere Infos unter: https://www.mkw.nrw/rita-suessmuth-forschungspreis-geht-literaturwissenschaftlerin-aus-bielefeld-und

Neue Rollen in der akademischen Selbstverwaltung

Gleich mehrere Rollen werden von den Teammitgliedern in der akademischen Selbstverwaltung an der Uni Münster übernommen.

Rieke Schröder und Nadine Segadlo wurden als Vertreter*innen für akadmische Mitarbeiter*innen in den Vorstand des Instituts für Politikwissenschaft der Uni Münster gewählt.

Ulrike Krause wurde bereits Anfang 2025 zur stellvertretende geschäftsführende Direktorin des Instituts für Politikwissenschaft und nun auch als ordentliches Mitglied des Fachbereichsrats für Erziehungswissenschaft und Sozialwissenschaften der Uni Münster gewählt.

 

#WRD – neuer Beitrag zu Globalen Trends

Anlässlich des Weltflüchtlingstags am 20. Juni veröffentlicht #UNHCR auch dieses Jahr den Global Trends Bericht zum Fluchtgeschehen im Jahr 2025. Ulrike Krause und Nadine Segadlo untersuchen die Entwicklungen im FluchtforschungsBlog.

Erstmals seit mehr als einem Jahrzehnt sind die globalen Vertreibungszahlen 2025 rückläufig – ein Moment, der vorsichtig als Wendepunkt gedeutet werden könnte, aber bei näherer Betrachtung wenig Anlass für Optimismus gibt. Denn der Rückgang beruht nicht auf weniger Flucht, sondern primär auf massiven Rückführungen unter prekären Bedingungen. Zugleich bleiben strukturelle Defizite im globalen Flüchtlingsschutz bestehen: noch geringeres Resettlement, langwierige Aufnahmesituationen und zunehmend schwindende Verantwortungsteilung innerhalb der internationalen Gemeinschaft.

Dringend notwendig ist, dass die Staatengemeinschaft zu globaler Verantwortungsteilung zurückkehrt, internationales Recht einhält und menschenrechtsbasierten Flüchtlingsschutz umsetzt.

Krause, Ulrike and Segadlo, Nadine (2026), ‚Globale Trends zu Flucht und Asyl im Jahr 2025‘, FluchtforschungsBlog, 18 June 2026, https://fluchtforschung.net/globale-trends-zu-flucht-und-asyl-im-jahr-2025/. DOI: 10.59350/hyme9-6ry12.

 

#WRD – New Blog Post on Informal RLOs

To mark World Refugee Day, McGill-Queen’s University Press published a blog post on informal self-organizations of refugees by Ulrike Krause, Gato Ndabaramiye Joshua, and Hannah Schmidt – drawing on our book Refugee-Led Organizations in Uganda: Agency, Gender, and Politics of Self-Organizing in Exile 

Too often, displaced people are seen merely or mainly through a lense of risk and vulnerability – in policy, media, and also research. While the risks they face are real, they have, and exercise, agency. 

Our book focuses on agency and explores the role of refugee-led organizations, covering a wide spectrum from formalized to informal ones. People in exile come together, join efforts, and self-organize to support each other.

In this blog post, we look at informal self-organizations that receive little attention – although they are everywhere, and often the first to respond in everyday life and in times of emergencies.

Want to read more? https://www.mqup.ca/Recent-News/2026/06/The-Self-Organizations-Nobody-Counts-Friendship-Neighborhood-and-the-Informal-Everyday

Access the book: https://www.mqup.ca/Books/R/Refugee-Led-Organizations-in-Uganda

Krause, Ulrike, Gato Ndabaramiye, Joshua, and Schmidt, Hannah (2026), ‚The Self-Organizations Nobody Counts: Friendship, Neighborhood, and the Informal Everyday‘, McGill-Queen’s University Press, https://www.mqup.ca/Recent–News/2026/2006/The–Self–Organizations–Nobody–Counts–Friendship–Neighborhood–and–the–Informal–Everyday.

Neues Working Paper von Nadine Segadlo

Heute ist das neue Working Paper von Nadine Segadlo mit dem Titel „Displaced people and peace. Implications of research and recommendations for practice“ erschienen. Es wurde Open Access veröffentlicht.

Im Papier legt sie dar, dass geflüchtete Menschen in Politik und humanitärer Praxis überwiegend als schutzbedürftige Opfer oder als Sicherheitsrisiko wahrgenommen werden, nicht jedoch als Friedensakteur*innen. Diese einseitige Zuschreibung ignoriert die komplexe Realität geflüchteter Menschen, die trotz restriktiver Bedingungen, knapper Ressourcen und vielfältiger Marginalisierung täglich individuell und kollektiv daran arbeiten, Konflikte zu lösen, soziale Kohäsion herzustellen und friedliche Bedingungen zu schaffen. Besonders Geflüchtetesnelbstorganisationen spielen dabei eine zentrale Rolle.

Entgegen dieser politischen Tendenzen fordert Nadine Segadlo einen grundlegenden Perspektivwechsel: Geflüchtete müssen als essentielle Partner*innen im Friedensaufbau anerkannt und konsequent in Entscheidungsprozesse einbezogen werden. Zu den zentralen Handlungsempfehlungen gehören die Stärkung von Geflüchtetenselbstorganisationen, psychosoziale Unterstützung, die Überwindung des Lagersystems sowie die Integration von Transitional Justice und Versöhnungsmaßnahmen bereits im Exil.

Das Working Paper knüpft an das DSF-geförderte Projekt „Frauen, Flucht – und Frieden? Friedensfördernde Praktiken von Frauen in Flüchtlingslagern“ sowie an Nadine Segadlos Dissertation zur Lokalisierung von Frieden im kenianischen Flüchtlingslager Kakuma an.

Segadlo, Nadine (2026), Displaced people and peace. Implications of research and recommendations for practice, Münster, DOI 10.17879/60998666634.

Vorführung des Films „Fassaden“ im Schlosstheater mit anschließender Diskussion mit der Regisseurin Alina Cyranek

Im Rahmen der Diversity-Woche lädt die Universität Münster zur Vorführung des Dokumentarfilms „Fassaden“ am 18. Mai ab 15:00 Uhr ins Schlosstheater Münster ein. Der Film setzt sich mit dem Thema häusliche Gewalt auseinander und richtet den Blick auf Lebensrealitäten, die hinter einer scheinbar unauffälligen Fassade oft unsichtbar bleiben. Die Veranstaltung verbindet filmische Auseinandersetzung mit gesellschaftlicher Reflexion und lädt dazu ein, sich gemeinsam mit einem wichtigen und häufig tabuisierten Thema auseinanderzusetzen.

Die Veranstaltung findet in Kooperation mit dem Arbeitskreis Gewaltschutzgesetz Münster, der Senatskommission Diversity sowie der Gleichstellungskommission der Universität Münster statt und wird finanziell von der Sparkasse Münsterland Ost unterstützt.

Nach der Filmaufführung findet eine gemeinsame Podiumsdiskussion mit Regisseurin Alina Cyranek, der Opferschutzbeauftragten Viola Groß der Polizei Münster sowie aus der Universität Münster die Koordinatorin Diversity Tanja Beck, der Beauftragter gegen Antisemitismus Ludger Hiepel und die stellvertretende Vorsitzende der Gleichstellungskommission Ulrike Krause, moderiert von Kathrin Kottke stellv. Leitung und Wissenschaftsredaktion statt.

 

Der Eintritt ist frei.

Montag, 18.05, ab 15:00 Uhr, Schlosstheater Münster

Zielgruppe: alle Interessierten