Heute ist das neue Working Paper von Nadine Segadlo mit dem Titel „Displaced people and peace. Implications of research and recommendations for practice“ erschienen. Es wurde Open Access veröffentlicht.
Im Papier legt sie dar, dass geflüchtete Menschen in Politik und humanitärer Praxis überwiegend als schutzbedürftige Opfer oder als Sicherheitsrisiko wahrgenommen werden, nicht jedoch als Friedensakteur*innen. Diese einseitige Zuschreibung ignoriert die komplexe Realität geflüchteter Menschen, die trotz restriktiver Bedingungen, knapper Ressourcen und vielfältiger Marginalisierung täglich individuell und kollektiv daran arbeiten, Konflikte zu lösen, soziale Kohäsion herzustellen und friedliche Bedingungen zu schaffen. Besonders Geflüchtetesnelbstorganisationen spielen dabei eine zentrale Rolle.
Entgegen dieser politischen Tendenzen fordert Nadine Segadlo einen grundlegenden Perspektivwechsel: Geflüchtete müssen als essentielle Partner*innen im Friedensaufbau anerkannt und konsequent in Entscheidungsprozesse einbezogen werden. Zu den zentralen Handlungsempfehlungen gehören die Stärkung von Geflüchtetenselbstorganisationen, psychosoziale Unterstützung, die Überwindung des Lagersystems sowie die Integration von Transitional Justice und Versöhnungsmaßnahmen bereits im Exil.
Das Working Paper knüpft an das DSF-geförderte Projekt „Frauen, Flucht – und Frieden? Friedensfördernde Praktiken von Frauen in Flüchtlingslagern“ sowie an Nadine Segadlos Dissertation zur Lokalisierung von Frieden im kenianischen Flüchtlingslager Kakuma an.
Segadlo, Nadine (2026), Displaced people and peace. Implications of research and recommendations for practice, Münster, DOI 10.17879/60998666634.